Hens - der neue Wunderlich?
Zum Anfang meiner Karriere schrieben damals viele, dass ich der "neue Erhard Wunderlich" sei. Leute, das bin ich nicht, daran ändert auch der Weltmeistertitel nichts. Um so gut wie Erhard Wunderlich zu sein und dieses Prädikat zu verdienen, steht immer noch eine Menge Arbeit bevor.
In Deutschland wird man immer sehr schnell hochgejubelt, aber genauso schnell ist man wieder ganz unten. Wichtig daher: Dauerhaft Leistung bringen und Titel gewinnen - dann kann man sich auch mal feiern lassen. Aber man darf nicht vergessen, dass der Ruhm schnell verblassen kann, wenn mal zwei, drei Turniere in Folge die Hose gehen.
Das 6. Jahr beim HSV
Seit 2003 bin ich nun schon in Hamburg – der Wahnsinn wie die Zeit vergeht. Nach wie vor fühle ich mich puddelwohl beim HSV. Hamburg ist sowas wie meine zweite Heimat geworden. Am Anfang, lief es ja alles andere als gut. Die Handball-GmbH des HSV hatte Geldprobleme und ging dann pleite, ich hatte dazu mit allerlei Verletzungen zu kämpfen. Das war, im Nachhinein betrachtet, ein ganz schönes Tief.
Aber alles ist überwunden, es läuft rund. 2007 war ein Wahnsinns-Jahr für mich. Weltmeister, Europapokalsieger und dazu noch fast Deustcher Meister.
2008 bin ich durch meine Schienbeinkopffraktur leider lange ausgefallen. Das große Ziel Olympia fand wie schon 2004 das jähe Ende durch eine schwere Verletzung. Scheint irgendwie nicht mein Turnier zu sein. Na ja, dann eben 2012 in London. Mit 32 bin ich dann ja im besten Handball-Alter.
Bei der WM in Kroatien war ich gemeinsam mit meinen Hamburger Kollegen Toto Jansen und Jogi Bitter jetzt schon einer der Routiniers. Krass wie schnell das geht. Doch ich liebe ja auch die Verantwortung und nehme eine Führungsrolle auch in der Nationalmannschaft gerne an. Der fünfte Platz war für unser verjüngtes Team auf jeden Fall ein Erfolg, wenngleich in der Hauptrunde letztlich auch mehr drin gewesen wäre.
2009 steht auch privat einiges an. Im Sommer werde ich meine Angela vor den Traualtar führen. Das wird bestimmt ein sehr emotionaler Moment und ein klasse Fest!
Doch davor wollen wir mit dem HSV nochmals richtig Gas geben und vielleicht wieder einen Titel an die Alster holen.